Velogfeller Kolumne/ Nr.2

Jeden Monat ein Thema aus dem Velobereich

 

Bikepacking, die andere Art zu reisen 

 

Bikepacking erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Egal ob du Anfänger bist oder ein alter Hase unter den Bikepackern.

Doch was versteht man unter Bikepacking genau?

Vorneweg, Bikepacking Radreisen sind nicht zu vergleichen mit«normalen» Radreisen. Denn beim Bikepacking bist du selbstversorgend unterwegs. Deswegen ist die Wahl des richtigen Materials und Bikes enorm wichtig.

Hierfür musst du aber nicht gleich ein neues, teures Bike kaufen. Grundsätzlich kannst du mit jedem Bike Bikepacking unternehmen. Nebst einem Bike benötigst du vor allem die richtigen Taschen und eine gute Planung. Schliesslich soll dein Gepäck wie Schlafsack, Kleidung und Proviant sicher verstaut sein. Die Taschen beim Bikepacking werden direkt ans Velo befestigt. So soll der Verlust an Wendigkeit und Tempo verhindert werden. Ein weiterer Punkt, auf den du achten musst, ist, dass die Taschen wasserdicht sind. Marken wie Ortlieb, Vaude und Evoc sind hier Marktführer. DieTaschen werden am Lenker, Sattelstütze und am Rahmen angebracht. 

Doch nun gehen wir etwas detaillierter auf die möglichen Bikes, deine Kleidung und die Planung deiner Strecke ein. 

Zuerst zu den möglichen Bikes. Wie oben kurz erwähnt, kannst du grundsätzlich mit allen Bikes ein Bikepacking absolvieren, es kommt ganz darauf an wohin du fahren willst und in welchem Gelände du dich am häufigsten befinden wirst. 

Fully, Hardtail, Gravelbike oder gar Fatbike?

Für welches Bike du dich entscheidest, zwei entscheidende Frage solltest du dir immer stellen: Kann ich hier meine Taschen anbringen, ohne dass diese mich beim fahren behindern? Wie anfällig ist mein Bike für Defekte? 

Ein Fully bietet dir zwar am meisten Fahrspass, doch das Anbringen von Taschen ist oft eher etwas schwieriger, vor allem die Rahmentasche, andere sind wiederum behindern dich beim fahren eher. Doch mit den vielen beweglichen Teilen ist ein Fully am anfälligsten für Defekte, was gerade auf abgelegenen Touren eher ungünstig ist. 

Ein Hardtail Bike ist hingegen eher unanfälliger für Defekte, vor allem wenn man auf die gefederte Vordergabe verzichtet. Die Rahmenform begünstigt das Anbringen von deinen Taschen und bietet dir vielseitige Möglichkeiten.

Wohl am idealisten für Bikepacking Touren ist der neueste Trend in der Bikebranche - das Gravelbike. Die perfekte Kombination aus Mountainbike und Rennrad erobert die Bikewelt im Sturm! Die Leichtigkeit von den Rennrädern kombiniert mit den geländegängigen Reifen machen dein Bikepacking Erlebnis unvergesslich.

Die wengisten würden an ein Fatbike denken, wenn man von Bikepacking redet. Hier ist zusagen, dass hier Touren mit losem Untergrund, oder gar im Winter, im Vordergrund stehen. Denn wer schon einmal auf einem Fatbike sass, weiss das diese für Asphalt nicht wirklich geeinget sind. 

Selbstverständlich kann eine Bikepacking Tour auch mit einem Rennvelo absolviert werden, hier bist du allerding etwas gebunden mit den verfügbaren Weg Möglichkeiten. 

Schalfsack, Kleider & Co.:

In deine Taschen verstaust du nun alles, was du auf deiner Bikepacking Tour brauchst. Du kannst einerseits in einem Zelt, unter freiem Himmel, wenn es das Wetter zulässt, übernachten oder hier dir etwas komfort gönnen und in einem Hotel oder Hostel übernachten. Das ist ganz dir überlassen. 

Jeder, der sich ab und zu in der freien Natur bewegt weiss, dass hier Qualtität, Funktionalität, Gewicht und das Packmass entscheidend sind. Verzichte hier auf alles, was nicht zu deiner Tour passt oder nicht wirklich notwendig ist. 

Eine entscheidende Frage ist, gönne ich mir Komfort mit einem Hotel / Hostel und einigen Restaurantbesuchen, oder bin ich vollkommen autonom unterwegs? Je nachdem für welche Variante du dich hier entscheidest, werden deine Taschen dementsprechend gepackt. 

In welche Taschen packe ich nun welches Equipment? 
Einen möglichst tiefen Schwerpunkt erreicht man, indem schwere Ausrüstungsgegenstände so tief und nahe am Bike wie möglich verstaut werden. 

Lenkertasche - diese wird leicht gepackt und mit allem, dass schnell zugänglich sein sollte. Dies könnte z.B. folgendes sein. 
  • Proviant 
  • Erste Hilfe-Set 
  • Kartenmaterial oder GPS
  • ...

Satteltasche -  sind die perfekte Alternative zu den herkömmlichen Back-Roller-Fahrradtaschen. Durch das Design und die Befestigung am Sattel rückt der Schwerpunkt der Ladung näher an Rad und Fahrer, was dich im Gelände wendiger und agiler macht. 
Hier verstaust du alles, was nicht unbedingt benötigst: 
  • Kleidung 
  • Schlafsack 
  • Tart 
  • ....

Rahmentasche - diese Tasche eignet sich perfekt für schwere Gegenstände, da so das Gewicht nahae und tief am Bike ist. Der Schwerpunkt ist hier ideal
  • Zelt 
  • Nahrung 
  • Kocher 
  • Elektronik 
  • Ersatzteile
  • ...

Die Planung - beginne behutsam und steigere dich dann

Das schöne am Bikepacking ist, ab aufs Velo und los geht das Abenteuer. Trotzdem solltest du, falls du zum ersten Mal eine Bikepacking Reise unternimmst, klein anfangen - z.B. mit Zweitagestouren. 

Einige wichtige Hinweise gibt es allerding zu beachten: 
  • Fernwanderwege - sind für Anfänger eine gute Wahl, da du immer in der Nähe der Zivilisation bist und sich das Navigieren sehr einfach gestaltet.
  • Steigere Länge und Abgeschiedenheit der Touren langsam. Hol dir hier erst einmal Erfahrungswerte und passe dann deine Touren an 
  • deine erste Tour sollte bei gutem Wetter stattfinden und geplant werden. So macht es auch Spass und du verlierst nicht schon beim ersten Mal die Lust am Bikepacking
  • vor der Tour ist nach der Tour: 
    Lasse dir beim planen deiner Route genügend Zeit und beschäftige dich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten die es gibt - Wanderwege, Nebenstrassen, Hauptstrassen etc. 
  • plane das ganze vorab und speichere deine Route am Besten auf einem GPS-Gerät 
  • markiere das alles auch auf einer Karte und hab stets eine dabei

Nun hoffen wir, wir konnten dir einige Informationen zum Bikepacking liefern und vielleicht sogar die Lust dazu wecken! Wir wünschen gutes radeln...